Feb 25, 2012

-465-

Are you always sad? someone asked.
(always is such a long, long time.)
I couldn't say. But.
If sadness was a sea, I'd drown in it.


Feb 24, 2012

-464-

Und wenn man dann anfängt, nach den besten Selbstmordmethoden zu googeln und sich wahrhaftig Gedanken darüber zu machen, wenn man in der Badewanne liegt und so sehr weint, dass man keine Luft mehr bekommt, wenn man bei seiner Mutter übernachtet, weil man nicht weiß, ob man die Nacht allein übersteht... dann läuft definitiv irgendetwas falsch.
Mir ging es lange nicht mehr so schlecht wie jetzt, meine Gedanken laufen Amok und am liebsten würde ich mich wieder selbst verletzen.
Die nächste Therapie ist erst am Donnerstag, bis dahin muss ich durchhalten. Am Freitag gehe ich zum Anwalt.
Das ist mir gerade alles einfach zu viel. Ich weiß nicht, wie viel ich noch ertragen kann, ich habe einfach keine Kraft mehr übrig. Da ist so viel auf einmal.. der Wortkünstler, meine soziale Phobie, der bevorstehende Klinikaufenthalt, meine Depressionen, die Traumatherapie und jetzt darf ich auch noch zum Anwalt gehen. Es ist ja nicht so, dass ich schon genug am Hals hätte. Irgendwann reicht es doch auch mal!
Ich will nicht sterben, aber gerade weiß ich auch nicht wirklich, wie ich weitermachen soll.
Falls ich mich in den nächsten Tagen nicht so oft hier melde, macht euch bitte keine Sorgen. Ich muss erstmal ein bisschen nach mir schauen und überleben.

Feb 22, 2012

-463-


via*

Meine Therapie heute war sehr aufwühlend und auch ein bisschen verstörend. Wir wollten eigentlich unsere Traumabearbeitung mit EMDR fortsetzen, weil das bisher eigentlich super funktioniert hat. Der erste Flashback, den wir damit bearbeitet haben, ist so gut wie weg und belastet mich kaum noch.
Meine Therapeutin meinte, dass es für jemanden, der so starke Dissoziationen hat wie ich, beinahe ein Wunder ist, dass EMDR so gut funktioniert.
Heute hat es aber alles andere als funktioniert.
Kaum hatten wir angefangen und ich hatte begonnen, mir den Flashback bildlich ins Gedächtnis zu rufen, passierte etwas ganz Komisches. Ich hatte plötzlich eine Kinderstimme (wahrscheinlich meine eigene) im Ohr, die rief: "Ich will nicht. Nein, ich will nicht" und dann hatte ich das Gefühl, als würde plötzlich eine Mauer aus dem Boden schießen und mich einschließen. Ich konnte sie richtig vor mir sehen, eine riesengroße Backsteinmauer, und plötzlich waren alle Gefühle und alle Bilder abgeschottet. Da war nichts mehr, nur diese Stimme, die immer wieder sagte: "Ich will nicht.". Ich war nicht mehr wirklich ich, sondern habe mich gefühlt wie ein Kind.
Dann hat es mich mit einem Schlag aus meinem Körper gehoben.. Ich hab dissoziiert und war gar nicht mehr richtig da. Meine Therapeutin stellte mir Fragen zu meinem Körpergefühl, ob ich meine Beine noch spüren kann, wie es mir gerade geht, aber es war alles weg. Ich war überhaupt nicht mehr richtig da.
Erst als wir dann an meinen sicheren Ort gegangen sind, wurde es langsam besser.
Es war verdammt komisch... und hat mich wahnsinnig aufgewühlt. Meine Therapeutin hatte aber schon mit so was gerechnet. "Ich habe mir schon gedacht, dass das heute passieren wird. Diese Mauer ist eine Art Schutzmechanismus von Ihnen, der verhindern will, dass wir an den Missbrauch rankommen, weil es zu schrecklich ist."
EMDR wird also wahrscheinlich nicht mehr helfen, weil es mich aus meinem Körper rauskatapultiert, noch bevor wir in den Flashback hineingehen können. Wir müssen uns also was Neues überlegen.
Was mich auch sehr aufgewühlt hat war, dass meine Therapeutin sagte: "Ich glaube, dass sich Ihre Soziale Phobie im Grunde gar nicht auf Ihre Arbeit bezieht, sondern von ganz woanders herrührt. Dass da viele Gefühle von früher wieder hochkommen, von irgendetwas Schrecklichem, was da passiert ist. Wenn wir diese Situation herausfänden, wäre vielleicht auch Ihre Angst verschwunden."
Und ich glaube, sie hat Recht. Ich habe meine Arbeit immer geliebt, ich hatte nie einen Grund mich davor zu fürchten. Und trotzdem habe ich plötzlich so eine riesengroße Angst, die ich mir gar nicht erklären kann. Ich glaube, dass es tatsächlich woanders herkommen könnte, dass es vielleicht einen Auslöser gibt.
Auch, weil ich in letzter Zeit wieder häufig Flashbacks habe.
So sehr habe ich während der Therapie noch nie dissoziiert und ich hätte auch gar nicht wirklich damit gerechnet. Ich dachte immer, mir passiert das nicht. Aber ich fand es toll, wie meine Therapeutin damit umgegangen ist und mich zurückgeholt hat, so als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.
Auch, dass ich gar nicht das Gefühl haben musste, mich dafür schämen zu müssen.
Nächstes Mal probieren wir also etwas anderes und ich hoffe, dass das dann besser funktioniert. Ich habe zwar Angst davor, aber ich will auch wissen, was ich da so sehr verdränge, dass es so eine Angst auslöst.
Ich habe das Gefühl, dass wir wirklich nah dran sind.

Feb 21, 2012

-462-

Nun kann ich meinen Bücherpost* von vor ein paar Tagen fortsetzen, denn mittlerweile habe ich auch "Ich. Darf. Nicht. Schlafen" von S.J. Watson durch. Das wäre dann Nummer 3 auf meiner Liste für den Februar:

- Kakerlaken von Jo Nesbo
- Paganinis Fluch von Lars Kepler
- Ich. Darf. Nicht. Schlafen. von S.J. Watson


Ich muss allerdings sagen, dass ich von dem Buch wirklich enttäuscht war. Der Klappentext klang so toll und das Buch wurde ganz groß als Thriller betitelt, allerdings konnte ich von einem Thriller wirklich nicht viel merken.
Etwa Dreiviertel des Buches habe ich mich nur gelangweilt, mehrmals habe ich überlegt, es beiseite zu legen und gar nicht mehr weiter zu lesen. Ich mag nicht zu viel vom Inhalt verraten, aber von 464 Seiten waren ungefähr 400 Seiten pure Langeweile, da es sich immer nur um sich wiederholende Beschreibungen einer Frau handelte, die ihr Gedächtnis verloren hat und jeden Morgen aufwacht und sich an nichts mehr erinnern kann. Es wird ständig nur erzählt, wie sie sich jeden Tag neu orientieren muss, dabei passiert aber so gut wie gar nichts.
Das letzte Viertel des Buches war dann ganz in Ordnung, da sich inhaltlich zumindest ein bisschen was tat, aber sonderlich spannend fand ich das auch nicht. Ein Thriller ist für mich was völlig anderes. Auch das Ende des Buches konnte ich eigentlich recht früh voraussehen, somit war das auch nicht sehr überraschend.
Mit Büchern wie die von Sebastian Fitzek, der wirkliche Thriller schreibt, lässt sich "Ich darf nicht schlafen" bei weitem nicht vergleichen. Da liegen einfach himmelweite Unterschiede.
Mir hat es im Nachhinein fast leid getan, dass ich so viel Zeit an dieses Buch "verschwendet" habe und immer darauf gewartet habe, dass noch was passiert.
Bei Amazon hat das Buch auch relativ gespaltene Bewertungen. Viele fanden es toll, andere fanden es - wie ich - einfach nur langweilig. Letztendlich ist es Geschmackssache. Ich werde aber in Zukunft wohl kein Buch von S.J. Watson mehr lesen.
Als nächstes ist dann Die Flucht von Ally Condie dran :)

Feb 20, 2012

-461-

Ich kann mich noch immer nicht entscheiden, ob ich den Finnen mag oder nicht. Das heißt, ich mag ihn schon.. aber ich weiß noch nicht genau, auf welche Art.
Manchmal erzählt er mir fast schon zu viel. Dinge, die nicht unbedingt wissen muss oder möchte und dann wird mir das ein bisschen viel.
Aber er bringt mich zum Lachen. Er hat einen wunderbaren Humor und wenn er mir schreibt, sitze ich immer da und kichere wie ein kleines Kind. Er ist lustig, ich mag seine Witze. Und wenn ich dann nicht schlafen kann und er mir schreibt, dass er meine Hand hält - nichts Aufdringliches, nur das. Nur, dass er einfach meine Hand hält - dann ist das wirklich schön. Dann fühle ich mich gleich weniger allein, sondern habe das Gefühl, dass er da ist.
Es tut gut.

Feb 19, 2012

-460-


via*

Und dann schreibt mir der Wortkünstler urplötzlich eine SMS, in der steht "I love you" und ich weiß nicht, was ich darüber denken soll. Im ersten Moment frage ich mich, ob die SMS wirklich an mich adressiert ist. Dann, was er sich dabei denkt.
Denkt er, dass damit alles wieder gut ist? Dass er mir Ich liebe dich sagt und alles andere vergessen ist?
Ich weiß nicht, weshalb er immer wieder denkt, dass er mich im Stich lassen kann und dann einfach zurückkommen kann, wann immer es ihm passt, mit ein paar lieben Worten und alles ist wie vorher. Das funktioniert so nicht.
Ich habe nicht auf seine SMS geantwortet, ich weiß nicht was.
Es gibt schlicht und einfach nichts, was ich noch darauf sagen könnte.

Feb 17, 2012

-459-


via*

Einer meiner Vorsätze für das neue Jahr war, mir wieder mehr Zeit zum Lesen zu nehmen.
Man könnte meinen, dass Leute, die mit Büchern arbeiten, sowieso immer lesen, aber das ist leider gar nicht so. Meistens sieht man zwar viele tolle Bücher, die man gerne lesen würde, kommt dann aber irgendwie doch nicht dazu.
Da ich aber derzeit krank geschrieben bin, konnte ich meinen Vorsatz bisher ganz gut erfüllen.
Im Januar habe ich hauptsächlich Sachbücher zur Studienvorbereitung gelesen, nämlich:

- The Official Guide to the TOEFL Test
- Eignungstests für Dummies
- Survivalguide Bachelor
- Studieren - das Handbuch

Vor allem die letzten beiden haben mir wirklich gut gefallen und das Handbuch zum Studieren finde ich fantastisch, weil es so viele verschiedene, kreative Möglichkeiten aufzeigt, sich selbst zu motivieren, zu lernen und sein Studium zu organisieren. Außerdem ist es super nett aufgemacht mit vielen Bildern, Karrikaturen und Mindmaps und das lockert das ganze Etwas auf. Gerade für Studienanfänger kann ich das Buch wirklich empfehlen!


via*

Im Februar habe ich bisher erst zwei Bücher durch:

- Kakerlaken von Jo Nesbo
- Paganinis Fluch von Lars Kepler

Jo Nesbo ist sowieso einer meiner absoluten Lieblingsautoren und seine Bücher sind immer gut, ganz egal worum es geht.
Lars Kepler ist das Pseudonym eines schwedischen Ehepaares, das gemeinsam schreibt und ich muss sagen, Paganinis Fluch war unglaublich spannend und gut! Außerdem ist der Ermittler im Buch ein Finne namens Joona Linna und so symphatisch, dass man einfach mitfiebern muss.
Für den Februar sonst noch vorgenommen habe ich mir:

- Der Hypnotiseur von Lars Kepler
- Ich. Darf. Nicht. Schlafen. von S.J. Watson
- Die Flucht von Ally Condie
- A Million Little Pieces von James Frey
- Looking for Alaska von John Green

Ich hab also Einiges vor! Aber das Lesefieber hat mich wieder richtig gepackt :)

-458-


via*

Ich werde erstmal gar nichts entscheiden. Ich weiß weder, was ich fühle, noch was ich eigentlich möchte und ich fühle mich momentan auch nicht in der Lage dazu, das zu entscheiden. Vor allem nicht deshalb, weil meine Beziehung zum Wortkünstler gerade erst in die Brüche ging und ich das erstmal richtig abschließen muss. Also werde ich abwarten und Tee trinken und ich denke, das ist momentan sowieso das Beste, das ich tun kann.
Im Grunde bin ich glücklich damit, wie es gerade ist. Es ist gut, auch mal Zeit für mich zu haben und mich nur um mich kümmern zu müssen. Ich kann tun und lassen was ich will und das ist genau das, was ich brauche. Ich habe gar nicht gemerkt, wie sehr mich meine vorige Beziehung eingeschränkt hat. Da saß ich oft stundenlang daheim und habe auf einen Anruf gewartet, da konnte ich nichts ausmachen oder weggehen, weil ich nicht wusste, ob der Wortkünstler vielleicht Zeit hat um zu reden.
Und jetzt kann ich das. Jetzt kann ich spontan sein und einfach entscheiden, dass ich ein Wochenende weg fahre, ganz ohne Verpflichtungen oder schlechtes Gewissen. Ich kann entscheiden, ob ich mit dem Finnen reden will, oder stattdessen lieber was anderes mache.
Diese Freiheit gönne ich mir momentan und die brauche ich auch. Ganz abgesehen davon, dass ich sowieso bald in die Klinik gehe und da ohnehin eher "von der Außenwelt abgeschnitten bin" und eigentlich auch ganz andere Dinge habe, auf die ich mich konzentrieren muss.
Ich werde den Finnen im April in Helsinki treffen und falls das gut läuft, dann noch mal im Mai, weil er da für seine Doktorarbeit nach Deutschland kommt. Und dann sehen wir weiter.
Bis dahin wird gar nichts entschieden.
Jetzt muss es mir erstmal besser gehen, alles andere kommt danach.