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via*Meine Therapie heute war sehr aufwühlend und auch ein bisschen verstörend. Wir wollten eigentlich unsere Traumabearbeitung mit EMDR fortsetzen, weil das bisher eigentlich super funktioniert hat. Der erste Flashback, den wir damit bearbeitet haben, ist so gut wie weg und belastet mich kaum noch.
Meine Therapeutin meinte, dass es für jemanden, der so starke Dissoziationen hat wie ich, beinahe ein Wunder ist, dass EMDR so gut funktioniert.
Heute hat es aber alles andere als funktioniert.
Kaum hatten wir angefangen und ich hatte begonnen, mir den Flashback bildlich ins Gedächtnis zu rufen, passierte etwas ganz Komisches. Ich hatte plötzlich eine Kinderstimme (wahrscheinlich meine eigene) im Ohr, die rief: "
Ich will nicht. Nein, ich will nicht" und dann hatte ich das Gefühl, als würde plötzlich eine Mauer aus dem Boden schießen und mich einschließen. Ich konnte sie richtig vor mir sehen, eine riesengroße Backsteinmauer, und plötzlich waren alle Gefühle und alle Bilder abgeschottet. Da war nichts mehr, nur diese Stimme, die immer wieder sagte: "
Ich will nicht.". Ich war nicht mehr wirklich ich, sondern habe mich gefühlt wie ein Kind.
Dann hat es mich mit einem Schlag aus meinem Körper gehoben.. Ich hab dissoziiert und war gar nicht mehr richtig da. Meine Therapeutin stellte mir Fragen zu meinem Körpergefühl, ob ich meine Beine noch spüren kann, wie es mir gerade geht, aber es war alles weg. Ich war überhaupt nicht mehr richtig da.
Erst als wir dann an meinen sicheren Ort gegangen sind, wurde es langsam besser.
Es war verdammt komisch... und hat mich wahnsinnig aufgewühlt. Meine Therapeutin hatte aber schon mit so was gerechnet. "
Ich habe mir schon gedacht, dass das heute passieren wird. Diese Mauer ist eine Art Schutzmechanismus von Ihnen, der verhindern will, dass wir an den Missbrauch rankommen, weil es zu schrecklich ist."
EMDR wird also wahrscheinlich nicht mehr helfen, weil es mich aus meinem Körper rauskatapultiert, noch bevor wir in den Flashback hineingehen können. Wir müssen uns also was Neues überlegen.
Was mich auch sehr aufgewühlt hat war, dass meine Therapeutin sagte: "
Ich glaube, dass sich Ihre Soziale Phobie im Grunde gar nicht auf Ihre Arbeit bezieht, sondern von ganz woanders herrührt. Dass da viele Gefühle von früher wieder hochkommen, von irgendetwas Schrecklichem, was da passiert ist. Wenn wir diese Situation herausfänden, wäre vielleicht auch Ihre Angst verschwunden."
Und ich glaube, sie hat Recht. Ich habe meine Arbeit immer geliebt, ich hatte nie einen Grund mich davor zu fürchten. Und trotzdem habe ich plötzlich so eine riesengroße Angst, die ich mir gar nicht erklären kann. Ich glaube, dass es tatsächlich woanders herkommen könnte, dass es vielleicht einen Auslöser gibt.
Auch, weil ich in letzter Zeit wieder häufig Flashbacks habe.
So sehr habe ich während der Therapie noch nie dissoziiert und ich hätte auch gar nicht wirklich damit gerechnet. Ich dachte immer, mir passiert das nicht. Aber ich fand es toll, wie meine Therapeutin damit umgegangen ist und mich zurückgeholt hat, so als wäre es das Selbstverständlichste der Welt.
Auch, dass ich gar nicht das Gefühl haben musste, mich dafür schämen zu müssen.
Nächstes Mal probieren wir also etwas anderes und ich hoffe, dass das dann besser funktioniert. Ich habe zwar Angst davor, aber ich will auch wissen, was ich da so sehr verdränge, dass es so eine Angst auslöst.
Ich habe das Gefühl, dass wir wirklich nah dran sind.